Ehrenamt steht selten im Rampenlicht – und ist doch unverzichtbar für Gemeinschaft und Zusammenhalt. Mit dem Ehrenamtspreis der Stadt Torgau wurde Mario Erdmann für sein langjähriges und außergewöhnliches Engagement in der Leichtathletik ausgezeichnet.
Seit 2007 prägt er den SSV 1952 Torgau als Trainer, Abteilungsleiter und Vorstandsmitglied.
Mit großer Leidenschaft, fachlicher Kompetenz und dem festen Glauben an junge Menschen hat er die Leichtathletikabteilung aufgebaut, strukturiert und nachhaltig weiterentwickelt. Alters- und leistungsgerechte Trainingskonzepte, die Begleitung ehrenamtlicher Trainerinnen und Trainer sowie eine starke Nachwuchsarbeit tragen bis heute seine Handschrift.
Die sportlichen Erfolge – darunter Starts bei Deutschen Meisterschaften und Finalteilnahmen im Jahr 2025 – sind sichtbare Ergebnisse dieses Engagements. Noch wertvoller ist jedoch das Vertrauen und die persönliche Entwicklung der vielen jungen Sportlerinnen und Sportler, die Mario Erdmann über Jahre begleitet hat.
Der Ehrenamtspreis würdigt damit nicht nur sportliche Leistungen, sondern vor allem Zeit, Herzblut und ein Engagement, das weit über den Sport hinaus wirkt.
Herzlichen Glückwunsch und herzlichen Dank!
Die Laudatio für Mario Erdmann hielt Marco Richter:
Sehr geehrte Damen und Herren, liebe Gäste, lieber Oberbürgermeister Henrik Simon.
Ehrenamt ist nicht laut.
Es steht nicht im Rampenlicht. Und doch ist es das Fundament, auf dem Gemeinschaft, Zusammenhalt und Zukunft entstehen.
Mario Erdmann ist ein Mensch, der dieses Fundament seit vielen Jahren trägt.
Seine Verbindung zur Leichtathletik begann früh – als erfolgreicher Sportler, der an der letzten DDR-Spartakiade in Berlin teilnahm.
Doch sein größter Beitrag begann viele Jahre später:
2007, als seine Kinder mit der Leichtathletik starteten, wurde aus dem Vater ein Trainer, später ein Abteilungsleiter und Vorstand – eine prägende Persönlichkeit für den SSV 1952 Torgau. Mario Erdmann bildete sich konsequent weiter, erwarb die C- und später die B-Trainer-Lizenz. Vor allem aber brachte er etwas mit, das man nicht lernen kann: Geduld, Leidenschaft und den festen Glauben an junge Menschen.
Über viele Jahre hinweg hat er die Leichtathletik im SSV 1952 Torgau aktiv aufgebaut und strukturiert.
Er entwickelte Trainingskonzepte, schuf alters- und leistungsgerechte Gruppen und gewann sowie begleitete ehrenamtliche Trainer, die bis heute das Rückgrat der Abteilung bilden. Aus einer kleinen Struktur entstand so Schritt für Schritt eine leistungsfähige Abteilung – eine Entwicklung, die bis heute wirkt.
Mario Erdmann plant Training nicht nur – er begleitet Lebenswege.
Er steht an der Bahn, wenn Beine schwer werden. Er bleibt ruhig, wenn Träume zu wackeln drohen. Und er jubelt nicht lauter als seine Athletinnen und Athleten – sondern stolzer.
Was dadurch möglich wird, zeigte sich eindrucksvoll im Jahr 2025:
Marie Ismer startete gleich viermal bei Deutschen Meisterschaften – im Hallen-Fünfkampf, über 400 Meter, über 400 Meter Hürden und im Siebenkampf.
Ole Petzold erreichte über 800 Meter mit persönlicher Bestzeit das DM-Finale und die Top 8.
Jiselle Hille qualifizierte sich über 100 Meter für die Deutschen Meisterschaften in Ulm.Hinter all diesen Momenten stehen keine Zufälle.
Sondern rund 300 Trainingsstunden im Jahr, 40 Wettkampftage, unzählige Wochenenden im Stadion, Training in den Ferien und ein Ehrenamt, das weit über das Erwartbare hinausgeht.
Doch vielleicht ist Marios größte Leistung keine Platzierung.
Es sind junge Menschen, die durch ihn gelernt haben, an sich zu glauben. Die wissen, dass Einsatz sich lohnt. Und dass da jemand ist, der sie ernst nimmt – als Sportlerinnen und Sportler, vor allem aber als Menschen.
Lieber Mario,
du hast der Leichtathletik in Torgau ein Gesicht gegeben. Du hast Strukturen geschaffen, Perspektiven eröffnet und Generationen begleitet – still, verlässlich und mit ganzem Herzen.
Der Ehrenamtspreis der Stadt Torgau würdigt genau das:
Zeit, die man nicht zurückbekommt.
Energie, die man schenkt.
Und ein Engagement, das weit über den Sport hinaus Wirkung entfaltet.
Herzlichen Glückwunsch – und von Herzen: Danke.